Leben und Tradition

Leben und Tradition prägt das Leben in den österreichischen Bergen auf eine charakteristische Weise.

Gewohnheiten
Beim Aprilscherz ging es ursprünglich um eine Verkehrung der gewohnten Verhältnisse: Die unteren sozialen Schichten sollten die Oberen einmal richtig zum Narren halten dürfen.

Aperschnalzen bezeichnet ein kräftiges Peitschenknallen und dies ist am ersten Jänner ab 11 Uhr auf der Promenade in Linz zu hören. Die Peitsche ist nicht gefahrlos zu handhaben und es ist umsichtig mit dem „Schmiss“, wie das Peitschenende heißt, umzugehen.

Feste
Die Sonnenwendfeuer, Johannisfeuer, sind ein Brauch, der die österreichischen Berge touristisch attraktiv macht. Die Tiroler Bergfeuer imitieren dabei mitunter die Form des Edelweißes als typisches Alpensymbol oder im Sonnwendfeuer werden symbolisch zwei Strohfiguren verbrannt: Hansel und Gretel.
In St.Johann/Kitzbühler Alpen feiert man am 17.6.2011 die Sommersonnenwende. Die Berge von Alpbachtal, Kaunertal, Tiroler Zugspitz Arena, Olympiaregion Seefeld, Innsbrucker Ferienregion Hohe Salve, Pillerseetal, Kaiserwinkl und am Achensee “brennen” am 18.6.2011.

Der Almabtrieb ist ein für die Bergregionen wichtiges Ereignis. In Oberösterreich gibt es 331 Almen. Den wirtschaftlichen Nutzen erbringt jedoch das touristische Rahmenprogramm, das zu dieser Gelegenheit für die Gäste erstellt wird. Die Termine des Almabtriebs variieren, bevorzugt werden aber Michaeli (29. 9.) und die “Goldene Nacht” (= 1. Samstag nach Michaeli).

Viele kirchliche Festtage über das Jahr, wie Christie Himmelfahrt, die Heiligen drei Könige, die Fastenzeit, Fasching, der Christophorus Tag (der Schutzheilige der Autofahrer), Allerheiligen, Allerseelen, , Erntedank, Mariähimmelfahrt, Petrus und Paulus, Martin, Advent etc. und verschiedene Prozessionen werden in den österreichischen Bergen traditionell rituell begangen. Es bietet sich für Touristen an, sich zu jedem Termin in der Region gezielt Informationen zu besorgen. Jede Region wirbt separat mit der eigenen Brauchtumspflege.

Für die Heiligen drei Könige ist der Akt des Räucherns mit seinen typischen Gefäßen und Werkzeugen charakteristisch. Rituell werden an diesem Tag vor allem Häuser damit geweiht. Typisch ist der katholische Segen durch Kreidezeichen auf der Tür.

An Peter und Paul wird der “Peterl” verbrannt , was vermutlich darauf zurückgeht, dass der Tag als Unglückstag galt.

Mit dem Martinstag zeigt sich eine typische Durchmischung christlicher und älterer Bräuche: Martin teilte als römischer Soldat der Überlieferung nach während seiner Soldatenzeit am Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. An “Martini” begann die sechswöchige gallische Adventfastenzeit (bis 6. Jänner), vor der nochmals mit einem üppigen Mahl gefeiert wurde. Das bedeutete auch Gänsebraten. Die “Martinskipferl” beenden die Fastenzeit. Mit Martini endet auch die Weidezeit und es folgt der Viehabtrieb.

Beim Paschen handelt es sich um einen jeweils ortüblichen Tanz, wo die Tänzer bzw. Musiker einer Gruppe in einem bestimmten Taktverhältnis in die Hände oder auf die Hosen klatschen. Regionale Unterschiede zeigen sich im jeweilig geklatschten Takt und in der Abfolge der Sequenzen. Die Auftritte finden zumeist in Gasthäusern statt.

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